Die Highlights des Salesforce Summer 22 Release
Der Sommer kommt näher und damit auch die Veröffentlichung des Salesforce Summer Release.

3 bis 4 Mal im Jahr veröffentlicht Salesforce ein Release. Wir haben uns die neuen Änderungen angesehen, unsere Top Highlights zusammengefasst und einen Überblick über die wichtigsten Funktionen dieser Version zusammengestellt.

Relevante Updates für Administratoren

Konfiguration von Related Lists in der Record Page

Bisher musste man immer die Lightning Record Page und das Page Layout beachten, um die Ansicht eines Datensatzes zu konfigurieren. Vor allem die Related Lists konnten nur im Page Layout konfiguriert werden. Mit dem Summer 22 Release können Related Lists aber in der Record Page adaptiert werden. Salesforce hat die Änderungen noch um einige spannende Funktionen erweitert, die interessante neue Konfigurationsmöglichkeiten ermöglichen.

Related List

Für die Konfiguration muss man im Lightning App Builder die Dynamic Related List – Single in die Record Page ziehen. Danach ist folgende Konfiguration möglich:

  1. Man kann festlegen, welches Objekt den Parent-Datensatz definiert. Diese Möglichkeit ging bei den Related Lists bisher nicht. Man kann damit beispielsweise am Contact eine Related List vom Account anzeigen.
  2. Als nächstes wählt man, welches untergeordnete Objekt in der Related List angezeigt werden soll. Der Liste kann natürlich auch ein Label vergeben werden.
  3. Dann wählt man aus, wie die Liste angezeigt werden soll. Als Liste oder als Tile.
  4. Die angezeigten Spalten auswählen. Standardmäßig werden bis zu 10 Stück angezeigt.
  5. Auswählen nach welchem Feld die Datensätze sortiert werden sollen und ob aufsteigend oder absteigend sortiert werden soll.
  6. Nun kann man einen Filter angeben, welche Datensätze angezeigt werden sollen. Wenn man beispielsweise am Account eine Liste mit aktiven Contacts und eine Liste mit inaktiven Contacts haben möchte, musste bisher mit zwei unterschiedlichen Lookup-Feldern vom Contact zu Account gearbeitet werden. Das ist mit dem Update jetzt nicht mehr notwendig. Es kann einfach ein beliebiges Feld vom Contact gefiltert werden. Damit erspart uns Salesforce eine Menge an Konfiguration!
  7. Welche Actions in der Related List angezeigt werden, kann natürlich auch festgelegt werden.

Wir hoffen, dass bei einem der nächsten Releases die Möglichkeit, die Felder von Standard Objekten in der Record Page anordnen zu können, nachgezogen wird. Dann bräuchte man keinen Page Layout Editor mehr.

Der Flow Builder

Auch bei diesem Release wurde der Flow Builder wieder erweitert.

Formeln für Record-Triggered Flows

Seit dem neuen Release kann man bei Record-Triggered Flows auch mit einer Formel als Entry-Criteria arbeiten. Damit setzt Salesforce den nächsten Schritt, um Workflows tatsächlich durch Flows zu ersetzen. Weiters ist es jetzt möglich bei den Entry-Criteria auch auf Ressource wie z.B. $Permission, $Label, $Setup oder $UserRole zuzugreifen. Dadurch kann mit einer Custom Permission verhindert werden, dass ein Record-Triggered Flow beim Importieren von Daten gestartet wird. Als Konsequenz hat Salesforce das Workflow Migrate to Flow Tool fertig gestellt.

Formeln als Entry-Criteria für Record-Triggered Flows

Die Reihenfolge der Record-Triggered Flows im Flow-Trigger Explorer ändern

Bereits im letzten Release hat Salesforce den Flow-Trigger Explorer eingeführt. Außerdem konntes man mit der Trigger Order festlegen, in welcher Reihenfolge die Record-Triggered Flows ausgeführt werden. Mit dem Summer 22 Release hat Salesforce als Highlight diese Funktion im Flow-Trigger Explorer implementiert. Mit der “New Flow” Schaltfläche kann jetzt auch direkt ein neuer Flow aus dem Flow-Trigger Explorer erstellt werden. Es sieht so aus, als ob der Flow-Trigger Explorer das neue Herzstück für Record-Triggered Flows wird.

Reihenfolge im Flow-Trigger Explorer ändern

Flows im Objektmanager

Endlich können Record-Triggered Flows direkt aus dem Objektmanager bearbeitet werden. Flows werden übersichtlich in einer Listenansicht dargestellt und können dann im Flow Trigger Explorer geöffnet werden. Außerdem lassen sich schnell neue Flows anlegen - damit wird die Verwaltung von Flows sehr vereinfacht.

Objektmanager

Record-Triggered Flows testen

Flows können mittels Tests für Record-Triggered Flows mit künstlichen Daten getestet werden. Auf einen Klick lässt sich somit prüfen, ob der Flow wie geplant ausgeführt wird. Falls nicht, kann er einfach adaptiert werden. Ebenso lässt sich somit sicherstellen, dass ein Record-Triggered Flow nach einer Änderung immer noch die gewünschten Anforderungen erfüllt. Im Grunde werden somit Unit Test eingeführt, die eine erhebliche Erleichterung im Bugfixing und der Fehlersuche darstellen. Die Funktion ist noch im Beta-Stadium - noch können die Tests nicht deployed werden, wir gehen aber davon aus, dass das in einem der nächsten Releases ausgerollt wird.

Flows testen

Release Highlights zum Flow Orchestrator

Mit Flows können Prozesse automatisiert gestaltet werden. Der Flow Orchestrator wird verwendet, wenn mehrere Anwender in einen automatisierten Prozess eingebunden werden sollen. Das wäre zum Beispiel ein Genehmigungsprozess oder das gemeinsame Abarbeiten von Aufgaben. Der Flow Orchestrator wurde im Spring 22 Release eingeführt und im Zuge des Summer 22 Releases um ein paar wichtige Funktionen erweitert.

Direkt einen verwendeten Flow bearbeiten

Wenn man im Flow Orchestrator einen Flow verwendet hatte, musste man früher immer zurück ins Setup in die Übersicht der Flows, um von dort den Flow zu bearbeiten. Nun kann man den Flow direkt aus dem Flow Orchestrator bearbeiten.

Flow Ochestrator

Außerdem können Flow-Orchestrations jetzt mit Change Sets deployed werden Weiters hat Salesforce die Möglichkeiten zum debuggen von Orchestrations optimiert.

Der Search Manager

Wenn man wissen möchte, welche Felder aus welchem Objekt in der globale Suche von Salesforce verwendet werden, kann man das nun sehr unkompliziert mit dem Search Manager ermitteln. Einfach auf Setup->Search Manager und schon werden alle Objekte mit den dazugehörigen Felder für die Suche angezeigt.

Search Manager

  1. Im Search Manager ein Objekt aussuchen.
  2. Anschließend noch filtern, welche Felder der Search Manager anzeigen soll - schon werden alle Felder des Objektes, die durchsuchbar sind, angezeigt.
Relevante Updates für User
Für den klassischen User wurden die meisten Erweiterungen nicht in der Basisanwendung eingezogen sondern in spezialisierten Teilen wie der Financial Services Cloud. Ein paar neue Funktionen hat Salesforce aber doch im Reportingbereich implementiert.

Analytics Home

Statt Reports und Dashboards über getrennte Registerkarten zu verwalten, können Admins  Analytics Home freischalten. Dazu geht man ins Setup unter Reports and Dashboards Settings und wählt dann Enable the Unified Experience for Analytics Home. Es gibt dann eine neue Registerkarte Analytics Home unter welcher  Anwender sowohl Reports als auch Dashboards finden. Das ist noch eine Beta-Funktion. Es sieht so aus, als ob auch die Tableau Integration sich zukünftig dort wiederfinden wird.

Analytics Home

Report Types auf Basis der genutzten Objekte einschränken

Wenn in einer Org hunderte von Custom Report Types verwendet werden, kann darunter die Übersicht leiden. Über den Salesforce Support kann die Beta-Funktion freigeschalten werden, damit die User bei der Reporterstellung die Report Types mit Hilfe der genutzten Objekte einschränken können.

Create a report

Zusätzlich zu diesen Erweiterungen ist jetzt auch generell das Inline Editing im Report verfügbar.

Umfragen in Matrixform

Falls mit Salesforce Surveys gearbeitet wird, können jetzt auch Umfragen in Matrixform erstellt werden.

Umfragen in Matrixform

Relevante Updates für Developer
Salesforce hat auch für Developer einige interessante Updates vorbereitet. Wir haben die Highlights für euch zusammengestellt.

Die Highlights sind aus unserer Sicht ganz klar folgende Features:

  • Salesforce stellt die ContactsService API zur Verfügung mit der man auf das Adressbuch eines Mobilgeräts zugreifen kannst. Dadurch kann eine individuelle Importfunktion von Kontakten des Telefons nach Salesforce entwickelt werden.
  • Bei Lightning Web Komponenten verwendet Salesforce das so genannte Shadow Dom Verfahren. Dadurch ist es schwierig, das CSS Stylesheet einer Komponente mit eigenem CSS zu überschreiben. Salesforce führt jetzt das so genannte Light Dom ein, um genau das zu ermöglichen. Für Experience Builder Sites ist es bereits verfügbar. Für interne LWC leider noch im Beta-Stadium.
  • Für die Lightning Web-Komponenten Entwicklung gibt es neue @wire Adapter. Drei davon sind interessant:
    • Man kann  auch aus verschiedenen Objekten mehrere Datensätze auf einmal lesen.
    • Man kann Metadaten zu Related Lists holen.
    • Man kann Metadaten zu Listenansichten holen.
  • Aber Achtung: Einige @wire Adapter sind auch veraltet und werden im Mai 2023 auslaufent: getRecordUi,getObjectInfos,getRecordInput und refresh.

Enhanced Domains

Salesforce hat mit den Enhanced Domains auch wieder eine Umstellung für uns parat. Diese werden im Winter 23 Release automatisch für alle Orgs aktiviert. Dadurch ändern sich die URLs der Sandboxen und auch einiger Experience Builder Sites. Darauf sollte man sich vorbereiten.

 

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